Nikolaustraining und Weihnachtsmeisterschaft
Während der Adventszeit und vor den Ferien gibt es immer kleine aber beliebte Abweichungen vom gewohnten Trainingsablauf.
Im sog. Nikolaustraining findet zwar zunächst normales Karate statt, also Grundschultechniken, Partnerübungen und Kata, jedoch wird am Ende etwas mehr gespielt. Mit Abstand als beliebtestes Spiel hat sich über das Jahr T-Ball, eine Völkerballvariante, erwiesen. Am Schluss gibt es dann immer Schokolade für alle. Für alle? Na ja, nachdem manche Trainer als Kind in den Schokoladentopf gefallen sind… Aber das steht auf einem anderen Blatt.
So waren die Erwartungen auch 2025 groß, was denn Wolfgang so alles aus seinem Nikolaussackerl ziehen würde. Umso größer war die Überraschung als, statt Schokolade, Zahnbürsten, Zahnseide und Interdentalsticks aus dem Nikolaussackerl gezogen wurden. Laut Wolfgang, wollten wir etwas zur Zahngesundheit der Kinder beitragen und außerdem würden eh alle an Weihnachten noch ausreichend Süßes bekommen. Es gab zwar kaum Widerrede (das wäre von Schüler zu Meister auch sehr unhöflich gewesen), dennoch hielt sich die Begeisterung schon sehr in Grenzen. Als dann aber, während die Karate-Kids noch etwas bedröppelt drein schauten, durch ein kleines Loch versehentlich doch noch Schokolade aus dem Sackerl gefallen ist, gab es kein Halten mehr. Es war vorbei mit der Zahngesundheit und es bevorzugten dann doch alle Schokolade. Zur Not hätte man Wolfgang auch gemeinsam niedergerungen, um an der Blend-a-Dent vorbei und dafür an Lindt & Sprüngli ran zu kommen!
Im letzten Training vor Weihnachten (19.12.2025) fand dann gar kein normales Training mehr statt. Vielmehr wurde ein kleiner Wettkampf ausgetragen, bei dem die Kinder ihre allgemeine Geschicklichkeit und Teamgeist unter Beweis stellen mussten.
Zunächst wurde die Gruppe in Zweier-Teams aufgeteilt und zwar derart, dass immer zwei gegensätzliche Eigenschaften zusammenkamen. Also groß mit klein, jünger mit älter, hoher Gürtelgrad mit Anfänger usw. Der Auftrag war es, die gestellten Aufgaben gemeinsam zu lösen und sich gegenseitig zu ergänzen.
So musste man möglichst oft ein Hütchen umrunden, um dann völlig schwindelig zielgenau in einen Kreis zu hüpfen. Weiter durften die Kinder auf Zeit Seilhüpfen, wobei es hier teilweise erstaunlich hohe Schlagzahlen gab! Eine ruhige Hand und viel Gefühl für die Bewegung des anderen brauchten beide als sie einen Tischtennisball möglichst oft auf zwei Stangen hin- und her balancieren mussten, ohne ihn runterfallen zu lassen. Treffsicherheit war beim Umkegeln von einzelnen Pylonen gefragt. Hier konnten manche Kinder sogar mehr Punkte erzielen, als von den Trainern gedacht. Nämlich in dem sie mit einem kräftigen Stoß und folgenden Mehrfachreflexionen gleich mehrere Pylonen abräumen konnten. Hier waren außerdem die Jüngeren stark im Vorteil, durften sie doch näher als Ziel heran als die Älteren.
Völlig ihrem Schicksal ausgeliefert waren alle beim Würfeln eines „verrückten“ Würfels mit Zehn Seiten. Nur mit Ruhe, Geduld und klaren Anweisungen kam man im Hindernisparcours weiter. Nein, wir sprechen hier nicht von einer Paartherapie. Etwaige Parallelen, obwohl erkennbar, waren sicher nicht beabsichtigt. Aber zurück Aufgabe: Es wurde einem Teammitglied die Augen verbunden. Durch den Parcours konnte man sich nur mittels Anweisungen des zweiten Teammitglieds bewegen, wobei es galt um Hindernisse rum, drunter durch zu kriechen oder über Dinge drüber zu steigen die man nicht sehen konnte. Rempelte man ein Hindernis um, gab es Punktabzug. Wenn man sich recht überlegt, hatte es doch was von Paarthera…
Jedenfalls durften alle danach noch eine kleine Dehnungs- und Bewegungseinheit mit mir, über sich ergehen lassen. Dies war so nicht eingeplant, aber der Chef des Kampfrichter-Teams, der Mattenchef und der Veranstalter (alles Wolfgang in einer Person) musste umfangreiche Berechnungen durchführen (Punktebögen zusammenzählen) und benötigte daher noch ein paar Minuten.
Am Ende hat sich das Auswahlverfahren als absoluter Erfolg erwiesen, waren doch alle Teams punktemäßig sehr eng beisammen!
Den 3. Platz eroberten mit Carla Geltinger und Dominik Langl einerseits, sowie Anna Reichl mit Anna Rott andererseits, wegen Punktgleichheit gleich zwei Teams. Den 2. Platz belegten Felicia Schlitter und Florian Kirschner und der Erste ging an Luisa Schlitter und Franziska Grundner. Alle, nicht nur die welche aufm Stockerl standen, durften sich am Siegertisch ein kleines Geschenk aussuchen und wurden danach in die wohlverdienten Weihnachtsferien entlassen.
Als Trainerteam muß man sich oft Gedanken machen und auch einen gewissen Aufwand betreiben um total unterschiedliche Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Spätestens bei solchen Wettkämpfen
sieht man aber, daß die unterschiedlichsten körperlichen Gegebenheiten, Charaktere und eine verschieden stark ausgeprägte Motivation doch zusammengeführt werden können, so daß alle Spaß haben und
vorwärts kommen.
Das ist schön zu sehen und dann auch unser Lohn!
Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr 2026.
Bericht von Dr. Andreas Josef Kirschner
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